Übungen gibt es Millionen viele. Dafür braucht es nicht wirklich einen Therapeuten. Wer interessiert ist, kann in unseren Zeiten youtuben und zig verrückte Dinge trainieren. Doch wie sinnvoll ist das ganze?

Unsere Freizeit ist begrenzt. Unsere Motivation genauso. Und Geduld wächst leider nicht auf Bäumen. Sind wir in unseren alltäglichen Funktionen eingeschränkt, wünschen wir uns möglichst schnelle Gesundung. Geht das mit jeder Übung?

Ich sage ganz klar „nein!“. Denn es geht darum, das Fenster, welches uns zur Verfügung steht, optimal zu nutzen, um möglichst schnell und effektiv Progression zu bewerkstelligen. Das geht jedoch nur mit einer sinnhaften und zielführenden Auswahl an Übungen.

Wir brauchen eine möglichst große Schnittmenge zwischen Pathologie bzw. Einschränkung und Übungsauswahl, um mit wenig Aufwand ziemlich schnell ziemlich viel zu erreichen.

Und viel hilft nicht viel. Wenn ich ganz viele Übungen mache, ist das leider kein Garant, dass ich mein Ziel schnell(er) erreiche. Und meines Erachtens ist es auch Zeitverschwendung. Manche Dinge unterliegen einfach nicht unserem Willen (z.B. die Gewebeheilung) – da kann ich noch so viel wollen und machen, es ändert nichts. UND manchmal ist weniger mehr. Wenn ich wenige Übungen habe, die aber wirklich exakt auf mein Problem zugeschnitten sind, kann das tausendfach effektiver sein als 15 Übungen, die völlig am Ziel vorbeigehen…

Auf deutsch: ich muss zielgerichtet trainieren und ich brauche anfangs vielleicht eine individuelle Übungsauswahl und Korrektur (das ist dann die Aufgabe des Therapeuten – nach einer eingehenden Anamnese, Untersuchung und einer gemeinsamen Zielformulierung). Training und Therapie ist kein Entertainment-Programm, es ist tatsächlich intensive Arbeit!

Wenn ich die Treppen nicht steigen kann, dann trainiere ich das Treppensteigen. Oder ich brauche Übungen, die dem möglichst nahe kommen, um irgendwann wieder Treppen steigen zu können. Mit Fahrradfahren wird mein Knie allerdings nicht automatisch kräftiger für das Treppensteigen. Und ich werde auch nicht automatisch längere Strecken gehen können, wenn ich auf dem Fahrrad trainiere. Verständlich, oder?

Ohne Ziel, kein individualisiertes Trainingsprogramm.

Ohne individualisiertes Trainingsprogramm, kein Fortschritt.

Ohne Fortschritt, keine Motivation.

thats it!


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