Inspiriert von den tollen Menschen, mit denen ich zusammenarbeite.

Immer öfter kommen Klienten zu mir, die den konventionellen Weg ausgeschöpft haben und jetzt irgendwie steckengeblieben sind. Es stagniert und geht nicht vor und nicht zurück. Es ist Zeit für etwas Neues.

Was meine ich mit „konventioneller Weg„?

Das Bearbeiten des Körpers als wenn er ein mechanischer Apparat wäre, den es zu reparieren gilt, wenn die Dinge nicht mehr so laufen, wie wir es wollen.

Doch was ist, wenn der Körper gar nicht wirklich „kaputt“ ist, sondern nur ein Indikator dafür, dass irgendetwas einfach schief läuft?

Was, wenn das Symptom nur ein Hinweis ist, statt eines Fehlers, den es zu beheben gilt?

Was, wenn unser System danach schreit, auf einer anderen Ebene angesprochen zu werden als in der, die es bereits zu Genüge kennt?

Hier wird es schwierig, weil sich ein Teil von uns natürlicherweise total gegen Veränderung wehrt – denn Veränderung bedeutet immer nicht einkalkulierbare Unsicherheit! Und wir Menschen lieben Sicherheit. 🙂

Am liebsten wäre es uns, wenn wir einfach so wie bisher weitermachen könnten und das Symptom verschwinden würde. Aber so funktioniert das leider nicht. Denn das Symptom gehört ja auch mit zu dir.

Du bist es, der sich selbst zeigt, dass dieser Weg eine Sackgasse ist. Und gleichzeitig bist du es, der keine Veränderung will, um aus der Sackgasse heraus zu finden. Ziemlich blöde Situation, was?

Im bio-psycho-sozialen Kontext wird deutlich, dass auch körperliche Beschwerden und unser Umgang damit eine Vergangenheit und Zukunft besitzen – und das ist das Schwierige daran. Sie sind komplex, mehrschichtig und ein Teil von uns und nicht wie vom biomedizinischen Ansatz oft suggeriert ein Problem, dass man entfernen, unterdrücken oder wegschneiden müsste.

Denn häufig hören die Probleme dadurch nicht auf. Es verlagert sich einfach nur oder bleibt manchmal sogar in der selben Form erhalten. Und damit will ich nicht kategorisch ausschließen, dass es sinnvoll sein kann, sich z.B. einer OP zu unterziehen – aber dieser Weg ist keine Schublade, in die wir einfach jeden Pat. mit anhaltenden Symptomen oder körperlichen Beschwerden reinpressen können. Es gibt Pat., die tatsächlich von einer OP profitieren und es gilt, diese Menschen auszusieben und für den Rest eine andere Herangehensweise zu entwickeln. Wenn es wirklich so einfach wäre, wären wir nämlich alle glücklich und geheilt – doch der Alltag erzählt eine ganz andere Geschichte.

Ich glaube, der Weg führt hin zu den Dingen, statt weg davon. Weil das Weggehen oft irgendwann nicht mehr funktioniert (deswegen stecken wir ja fest). Und je mehr wir von dem machen, was wir immer gemacht haben, desto länger wird die Zeitspanne, in der wir dort bleiben, wo wir schon immer waren.

Es ist als ob wir immer wieder in der gleichen Suppe rumrühren, nur dass wir einen anderen Löffel benutzen oder an einer anderen Stelle des Topfes stehen.

Besser wäre doch, den Inhalt der Suppe zu verändern. Und zwar so, dass man richtig Lust und Appetit drauf hat.

Oder wie siehst du das?

Disclaimer: hierbei handelt es sich um meine Erfahrungen in der Behandlung von Menschen mit chronifizierten Schmerzen und Wissen aus der Schmerzforschung. Dieser Beitrag ersetzt keine kompetente Behandlung. Bitte zögere nicht, dir bei anhaltenden Beschwerden Hilfe zu suchen.


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