Warum mehr Evidenz in der Therapie zwingend notwendig ist

Hierfür hat die European Partnership of Evidence and Problem Based Paramedical Education (EPEPE) einen zu 100% treffenden Artikel verfasst, den ich hier eins zu eins übernommen und dem ich nichts hinzuzufügen habe:

„Was bedeutet eigentlich Evidenz?

Der Begriff Evidenz leitet sich innerhalb der Medizin von dem englischsprachigen Wort „evidence“ ab und kann auch mit Beweis, Zeugnis oder auch Ergebnis übersetzt werden. 

Bezogen ist dieser Beweis auf die Erkenntnisse innerhalb von wissenschaftlichen Studien, die meist einen untersuchten Sachverhalt bestätigen oder widerlegen. 

Eine evidenzbasierte Medizin verlangt demnach, dass bei jeder medizinischen Behandlung eine patientenorientierte Entscheidung auf der Basis von empirischer Wirksamkeit getroffen wird. 

Wichtig zu erwähnen ist, dass evidenzbasiert keinesfalls bedeutet, dass der Fokus lediglich auf dem wissenschaftlichen Beweis liegt. 

Die evidenzbasierte Medizin stützt sich auf 3 Säulen: 

Die klinische Expertise des Therapeuten

Die Wünsche und Erfahrungen des Patienten

Den aktuellen Stand von Wissenschaft und Forschung 


Sackett et al. (1997) definieren evidenzbasierte Medizin folgendermaßen:

„EbM ist der gewissenhafte, ausdrückliche und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen, wissenschaftlichen Evidenz für Entscheidungen in der medizinischen Versorgung individueller Patienten.“

„Die Praxis der EbM bedeutet die Integration individueller klinischer Expertise mit der bestmöglichen externen Evidenz aus systematischer Forschung.“

Das evidenzbasierte Handeln findet fachübergreifend innerhalb des Gesundheitswesens seine Anwendung. Daher generierte man den allgemeinen Begriff der evidenzbasierten Praxis (EBP). Innerhalb der Physiotherapie hat sich zusätzlich der Begriff der evidenzbasierten Physiotherapie geformt. 

Für die evidenzbasierte Physiotherapie formulierten Herbert et al. folgende Definition: 

„Evidenzbasierte Physiotherapie ist Physiotherapie, welche auf relevanter, qualitativ hochwertiger Forschung fußt. Die Praxis der evidenzbasierten Physiotherapie sollte durch relevante, qualitativ hochwertige klinische Forschung, die Präferenzen der Patienten und das praktische Wissen des Physiotherapeuten geprägt sein.“

Warum eigentlich evidenzbasierte Physiotherapie? 

Das primäre Ziel ist es, eine optimale physiotherapeutische Versorgung des Patienten zu ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Erwartungen, Ansichten und Ziele des Patienten. Die evidenzbasierte Physiotherapie hält den Therapeuten dazu an, sein Handeln immer wieder zu hinterfragen, Erfolge messbar darzustellen und sich selbst auf dem aktuell besten wissenschaftlichen Erkenntnisstand zu halten. Somit bietet sie der therapeutischen Entscheidungsfindung einen Rahmen und fördert gleichzeitig den Transfer theoretischer Forschungsergebnisse in den Praxisalltag. 

Mit der Umsetzung in die tägliche Praxis besteht zugleich die Chance, selbstbewusster mit der eigenen Profession umzugehen. 

Nach Antes et al. (2003) gibt es für die EBP kein starres „Kochbuchrezept“, sie ist eine Ergänzung zu der therapeutischen Erfahrung und kann zur Verbesserung der Qualität und des Behandlungserfolgs beitragen.“

Quelle: https://epepe.eu/forschung/evidence-based/was-ist-ebp/


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